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Die Gruppe UkraYiddish mit Instrumenten vor blauem Theatervorhang

(22.10.2026) Jüdische Kulturtage in Rostock – entdecken Sie jüdisches Leben, Kultur und Geschichte in vielfältigen Veranstaltungen. Mit der App „Stolpersteine Digital“ können Sie zudem auf Spurensuche gehen und jüdische Biografien nicht nur in Rostock, sondern weit darüber hinaus erkunden.

Die 10. Jüdischen Kulturtage laden vom 25. Oktober bis 08. November zu einer vielfältigen Reise durch jüdische Kunst, Musik, Literatur und Geschichte ein. Ausgerichtet von der Jüdischen Gemeinde Rostock, bringt das Festival Menschen zusammen und schafft Raum für Begegnungen, Austausch und kulturelle Entdeckungen.

Künstlerische Darbietungen

Zum Auftakt gastiert David Hermlin mit seinem renommierten Swing Dance Orchestra in der Kirche Warnemünde. Unter dem Titel „Jews in Jazz“ widmet sich das Ensemble den jüdischen Wurzeln des Swing. Weitere Höhepunkte sind die Filmvorführung „A Letter for David“ im li.wu., das Schauspiel „Splitter“ über Walter Benjamin im Volkstheater Rostock sowie ein Vortrag über den jüdischen Komponisten Robert Kahn an der Hochschule für Musik und Theater.

Musikalisch geht es mit einem Klezmerkonzert der Gruppe UkraYiddish weiter, die ukrainische und jiddische Musiktraditionen verbindet. Dima Sirota und seine Showband präsentieren mit „Hava Nagilla – Klezmer & Peace“ bekannte jüdische Lieder in modernen Arrangements zwischen Jazz, Blues, Rock und Klezmer. Ergänzt wird das Programm durch Vorträge, Lesungen und einen zweisprachigen Abend zu den Gedichten Jehuda Amichais. Die Jüdischen Kulturtage zeigen eindrucksvoll die Vielfalt und Lebendigkeit jüdischer Kultur.

Die Schatzkiste aus Amerika

Noch bis zum 12. November ist im Max-Samuel-Haus die Ausstellung „Die Schatzkiste aus Amerika – Von Rostock nach Florida und zurück. Die Familie Siegmann aus Rostock“ zu sehen. Sie thematisiert das Schicksal von Richard Siegmann und seiner Familie. Richard Siegmann entstammte einer wohlhabenden jüdischen Unternehmerfamilie. Von 1898 bis 1935 war er Direktor der Rostocker Straßenbahn AG und hat auch maßgeblich das Stadtgeschehen in Rostock mitgeprägt. Zusammen mit seiner Ehefrau Margarete und den drei Kindern lebte er am Schillerplatz. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor Richard Siegmann all seine Ämter und siedelte nach Berlin um. 1943 wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft deportiert und noch im gleichen Jahr im KZ Theresienstadt ermordet. Den Holocaust überlebten nur zwei seiner Kinder, die sich beide nach Shanghai retten konnten und später in die USA auswanderten. Eine seiner Nachkommen hat dem Max-Samuel-Haus vor einiger Zeit eine „Schatzkiste“ übergeben, gefüllt mit Erinnerungsstücken an die Familie Siegmann und ihre Zeit in Rostock. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.max-samuel-haus.de.

Stolpersteine digital

Mit der App „Stolpersteine Digital“ kann jüdische Geschichte auch an vielen weiteren Orten in Mecklenburg-Vorpommern ganz einfach mit dem Smartphone erkundet werden. In unserem Bundesland erinnern mehr als 500 Stolper- und Denksteine in 37 Orten an das Schicksal jüdischer Menschen während des Nationalsozialismus. Die kleinen Messingplatten sind als Zeichen der Mahnung in Gehwegen eingelassen. Auf ihnen befinden sich – soweit bekannt – jeweiliger Name, letzter Wohnort, Todesdatum und Todesort.

Die App „Stolpersteine Digital“ bietet Interessierten die Möglichkeit mehr Informationen zur Geschichte der betroffenen Menschen zu erfahren, dafür müssen die Stolpersteine einfach nur gescannt werden. In der App sind bereits die Stolpersteine unter anderem in Schwerin, Greifswald, Wismar, Pasewalk, Waren (Müritz) und Rostock erfasst. Die restlichen Orte sollen nach und nach ergänzt werden. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.gedenkstaetten-mv.de.

Bild: Ein Highlight der jüdischen Kulturtage in Rostock ist ein Klezmerkonzert mit der Gruppe UkraYiddish. © Tetiana Vasylevska

#wirliebenmv Deshalb werfen wir regelmäßig einen Blick auf unser vielfältiges Land und nehmen Sie mit zu Sehenswürdigkeiten, Besonderheiten, in die Natur und auf Abenteuer. Seien Sie gespannt, was Mecklenburg-Vorpommern zu bieten hat.