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Blick auf das Große Haus des Mecklenburgischen Statststheaters

(10.09.2026) Seit fast 100 Jahren steht die Fritz-Reuter-Bühne für lebendiges plattdeutsches Theater und sprachliche Vielfalt. Zum Jubiläum blickt sie auf eine bewegte Geschichte voller Engagement, Wandel und großer Momente zurück. Zugleich feiert sie die Kraft des Plattdeutschen – gestern, heute und auf der Bühne von morgen.

Anlässlich ihres Jubiläums erinnert die Fritz-Reuter-Bühne an knapp 100 Jahre bewegte Theatergeschichte. Seit Generationen begeistert sie mit plattdeutschen Inszenierungen und unverwechselbarem Ensemblegeist. Ein Anlass, das Erreichte zu feiern – und die Zukunft der Sprache auf der Bühne weiterzuschreiben.

Entstehungsgeschichte

Die niederdeutsche Sparte des Mecklenburgischen Staatstheaters geht auf den Schauspieler und Regisseur Richard Spethmann zurück, der sie ab 1920 aufbaute. Ihre offizielle Gründung erfolgte 1926. Anfangs arbeitete die Bühne mit einer Mischung aus Laien- und Profischauspielenden, heute ist sie eine von nur noch zwei existierenden plattdeutschen Profitheatern in Deutschland. Ihren heutigen Namen – Fritz-Reuter-Bühne – erhielt die Sparte am 07. November 1946 anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten Schauspielende wie Carl Pingel, Hans Rogge und August Schlichting das Profil der Bühne.

In der DDR galt die plattdeutsche Sprache als feudales und bürgerliches Relikt, zugleich wuchs durch das aufkommende Fernsehen der Konkurrenzdruck. Unter Intendant Martin Hellberg wurden die Schauspielenden der niederdeutschen Sparte zunächst in das hochdeutsche Ensemble integriert. Erst zum 50-jährigen Jubiläum der Fritz-Reuter-Bühne änderte sich dies: Dank des Engagements von Rudolf Korf und zahlreicher Publikumsanträge erhielt die Sparte ihre Selbstständigkeit zurück. Unter der Leitung von Rolf Martin-Kruckenberg begann eine erfolgreiche Phase mit zunehmenden Gastspielen sowie Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen.

Seit 1990 ist die Fritz-Reuter-Bühne weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus unterwegs, seit 2003 wird sie von Rolf Petersen geleitet. Auf der Bühne standen unter anderem Marga Heiden, Manfred Brümmer, Eberhard Bremer, Anke Neumann und Andreas Auer.

Engagement für die niederdeutsche Sprache

Trotz wiederholter Schließungsdebatten setzt sich die Fritz-Reuter-Bühne seit 100 Jahren konsequent für den Erhalt und die Weitergabe der plattdeutschen Sprache ein, die seit 1999 durch die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen geschützt ist. Das Repertoire reicht von Kinderstücken über Komödien und Musicals bis hin zu Tragödien. Mit Aufführungen in Schwerin und auf Tour durch Norddeutschland bietet die Fritz-Reuter-Bühne einen lebendigen und niederschwelligen Zugang zur traditionsreichen Sprache – auch für alle, die bisher wenig Berührung mit Plattdeutsch hatten. Plattdeutsches Theater ist seit 2014 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt.

Programmhighlights

Mit einem großen Jubiläumsprogramm feiert die Fritz-Reuter-Bühne in der Spielzeit 2026/27 ihren 100. Geburtstag. Den Auftakt bildet am 19. September die Eröffnung einer Ausstellung in der Hofdornitz des Schweriner Schlosses, die die bewegte Geschichte der niederdeutschen Sparte lebendig werden lässt. Ebenfalls im September steht die Komödie „Kolle witte Mann“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob wieder auf dem Spielplan. Mit viel Humor wirft das Stück einen Blick auf aktuelle gesellschaftliche Debatten und sorgt für beste Unterhaltung.

Ein weiterer Höhepunkt folgt am 16. Oktober mit der Premiere von „As in’n Häben“ in der M*Halle. In Zusammenarbeit mit der Schweriner Singakademie präsentiert die Fritz-Reuter-Bühne die berührende Schauspieladaption des im Jahr 2005 für den Oscar nominierten Films „Wie im Himmel“ von Kay Pollak. Mit Chorgesang und viel Herz erzählt das Stück von Zusammenhalt, Lebensfreude und der Kraft, gemeinsam Herausforderungen zu meistern.

Der festliche Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist die Geburtstagsgala am 29. November im Theaterzelt am Küchengarten. Begleitet wird sie von einer umfangreichen Chronik zur Geschichte der Bühne. Im Frühjahr folgt mit „Uns Fritzing“ die Uraufführung eines Stücks über das Leben und Wirken Fritz Reuters. Weitere Sonderveranstaltungen runden das Jubiläumsjahr ab.

Das Programm der Fritz-Reuter-Bühne erhalten Sie unter www.mecklenburgisches-staatstheater.de.


Bild: Das Große Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin. © Silke Winkler