775 Jahre Pasewalk
Kleinstadtperlen
(25.08.2026) Unsere Serie „Kleinstadtperlen“ führt dieses Mal nach Vorpommern. Pasewalk, idyllisch an der Uecker und nahe der polnischen Grenze gelegen, blickt auf 775 Jahre Stadtgeschichte zurück und feiert dieses besondere Jubiläum mit einem großen Festwochenende.
Pasewalk ist eine der traditionsreichsten Städte in Vorpommern und zählt rund 10.000 Einwohnende. Inmitten der Urlaubsregion Stettiner Haff, ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge an die Ostsee, in die Ueckermünder Heide oder ins benachbarte Polen. Die ehemalige Ackerbürger- und Garnisionsstadt verbindet eine über 775-jährige Geschichte mit gut erhaltenen Baudenkmalen wie der Marienkirche und den Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Heute präsentiert sich Pasewalk als lebendige Kleinstadt mit historischem Charme, vielfältigem Kulturleben und einer reizvollen Lage inmitten der vorpommerschen Landschaft. Kein Wunder also, dass Pasewalk 2022 vom Tourismus-Portal "Reisereporter" zur zweitschönsten Kleinstadt Norddeutschlands ernannt wurde.
Stadt des Wolfes
Pasewalk blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. In einem alten Klosterbuch wird eine „Burg Posduwlc im Pommernlande“ erwähnt, die schon im 11. Jahrhundert bestanden haben soll. Der Name der Stadt geht vermutlich auf die slawischen Silben „Poz“ für Ringwall und „wolc“ für Wolf zurück und bedeutet sinngemäß „Stadt des Wolfes“. Damit wird eine Verbindung zum dänischen Fürsten Jarl Wolf hergestellt, der im Jahr 1000 in dieser Region eine Herrschaft gegründet haben soll.
Um 1250 erhielt Pasewalk das Stadtrecht und entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem bedeutenden Ort im Grenzgebiet zwischen Pommern und Brandenburg. Aufgrund ihrer strategischen Lage war die Stadt immer wieder Gegenstand von Machtinteressen der Pommernherzöge, brandenburgischen Markgrafen und später, während des Dreißigjährigen Krieges, auch der Schweden. Kriege und mehrere verheerende Stadtbrände hinterließen dabei schwere Schäden. Nach dem Nordischen Krieg kam Pasewalk 1720 zu Preußen. Der preußische König förderte den Wiederaufbau, wodurch Handel und Handwerk neuen Aufschwung erhielten.
Kürassierstadt
Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz und der Entwicklung zum wichtigen Eisenbahnknotenpunkt auf der Strecke Stettin – Neubrandenburg erlebte die Stadt im 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Noch heute erzählen zahlreiche Bauwerke von dieser bewegten Vergangenheit. Das größte Baudenkmal ist die mittelalterliche Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert mit ihrer rund zweieinhalb Kilometer langen Ringmauer, dem Mühlentor, dem Prenzlauer Tor sowie dem Pulverturm und dem Wehrturm „Kiek in de Mark“, dem Wahrzeichen der Stadt. Eindrucksvolle Zeugnisse der Backsteingotik sind die Nikolaikirche, deren Ursprünge bis 1176 zurückreichen und die Marienkirche am Marktplatz, eine der bedeutendsten Backsteinkirchen Norddeutschlands. Auch die heutige Stadtbibliothek in einem Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts erinnert an die Geschichte Pasewalks, denn das Gebäude diente ursprünglich als Montierungsgebäude der Garnison.
Eine prächtige Backsteinfassade ziert die ehemalige Kürassierkaserne, die noch heute an Pasewalks Zeit als Garnisonsstadt erinnert. Den Beinamen verdankt Pasewalk übrigens dem renommierten preußischen Kavallerieregiment der Kürassiere, das hier über viele Jahre stationiert war. Mehr über diese militärische Tradition, die Stadtgeschichte und die Entwicklung der Region erfahren Besuchende im Museum im Prenzlauer Tor, das zudem Werke des pommerschen Künstlers Paul Holz präsentiert.
Stadtjubiläum
Zum 775. Stadtjubiläum verwandelt sich Pasewalk vom 04. bis 06. September in eine große Festmeile. Auf dem Marktplatz erwartet die Besuchenden ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Show und Tradition. Den Auftakt bildet am Freitag die feierliche Eröffnung, bevor Solotrompeter Kurt Witt sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert und die Tänzerinnen und Tänzer des Vereins „be free“ für beste Unterhaltung sorgen. Am Samstag ziehen beim großen Festumzug historische und musikalische Formationen durch die Stadt. Ein Höhepunkt des Wochenendes ist der Auftritt von Entertainer Ross Antony auf dem Marktplatz. Am Abend sorgt die Güstrower Band Lacy Talk’s mit den größten Hits aus vier Jahrzehnten für Stimmung. Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Musik: Die Big Band des Heeresmusikkorps Neubrandenburg sowie der Shantychor „Seegrund Ahlbeck“ laden zum Zuhören und Mitsingen ein. Ebenfalls mit dabei ist Publikumsliebling Wolfgang Lippert. Den festlichen Schlusspunkt setzt das große chorsinfonische Abschlusskonzert in der St.-Marien-Kirche mit Georg Friedrich Händels „Messias“. Das Jubiläumswochenende verbindet Geschichte, Kultur und Unterhaltung und lädt Einheimische wie Gäste dazu ein, 775 Jahre Pasewalk gemeinsam zu feiern.
Alle Informationen zum Stadtjubiläum von Pasewalk erhalten Sie unter www.pasewalk.de.
Bild: Auf dem Marktplatz befinden sich ein Glockenspiel und ein markanter Brunnen. Im Hintergrund ist die St.-Marien-Kirche zu sehen. © Stadt Pasewalk
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