Neubrandenburg feiert Kultur
Vier-Tore-Stadt
(09.07.2026) Gelegen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, dreht sich in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg in diesem Jahr alles um die Musik. Gefeiert werden 75 Jahre Neubrandenburger Philharmonie und 25 Jahre Konzertkirche.
Neubrandenburg, die Vier-Tore-Stadt am Tollensesee, vereint Geschichte, Kultur und Natur auf besondere Weise. Rund 60.000 Menschen leben hier, eingebettet in eine sanfte, von Eiszeiten geformte Landschaft. Backsteingotik und markante Stadttore erzählen von der Vergangenheit, während ein breites Kulturangebot und die Nähe zum See das Leben der drittgrößten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns bis heute prägen.
Stadtgeschichte
Neubrandenburg wurde 1248 auf Initiative von Johann I. von Brandenburg gegründet. Er beauftragte seinen Getreuen Herbord von Raven mit dem Aufbau der Stadt und einer Pfarrkirche. Um 1300 begann der Bau der steinernen Wehranlage, die das Stadtbild bis heute prägt. Über Jahrhunderte gehörte Neubrandenburg zum Herzogtum Mecklenburg und erlebte im Dreißigjährigen Krieg schwere Einschnitte, als die Stadt von Truppen General Tillys erobert wurde. Im 18. Jahrhundert setzte Herzog Adolf Friedrich IV. mit dem Bau eines Sommerpalais neue Akzente. Auch Künstler wie Fritz Reuter, Theodor Fontane und Caspar David Friedrich fanden hier Inspiration. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Stadt zerstört, doch der Wiederaufbau in der DDR-Zeit orientierte sich bewusst am historischen Grundriss und bewahrte die charakteristischen mittelalterlichen Strukturen.
Kunst und Kultur
Neubrandenburg bietet eine vielseitige Kunst- und Kulturlandschaft. Mit der Kunstsammlung verfügt die Stadt über eines der vier Kunstmuseen Mecklenburg-Vorpommerns, während das Regionalmuseum, gegründet 1872 und heute im Franziskanerkloster beheimatet, zu den ältesten Museen des Landes zählt. Das Brigitte-Reimann-Literaturhaus ist seit 1971 ein lebendiger Ort der Begegnung. Architektonische Akzente setzen das Haus der Kultur und Bildung – auch „Kulturfinger“ genannt – sowie die von Ulrich Müther entworfene Stadthalle. Im Kino Latücht, einer umgebauten Kirche von 1907, trifft Filmkunst auf Atmosphäre. Hier findet jährlich das internationale Dokumentarfilmfestival dokumentART statt. Ergänzt wird das Angebot durch das Schauspielhaus von 1794 und dem denkmalgeschützten Kulturpark am Tollensesee, der Kunst und Natur verbindet.
Eine Stadt im Zeichen der Musik
Zum 25. Jubiläum der Konzertkirche Neubrandenburg rückt ein Ort in den Mittelpunkt, der wie kaum ein anderer für die gelungene Verbindung von Geschichte, moderner Architektur und lebendigem Kulturleben der Stadt steht. Der in die gotische Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert integrierte Konzertsaal hat sich seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 zum musikalischen Herzstück Neubrandenburgs entwickelt und begeistert mit seiner Akustik ebenso wie mit der architektonischen Erscheinung.
Auch die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Marienkirche, die ab 1976 wieder aufgebaut und in den 1990er Jahren mit einem neuen Nutzungskonzept zum Konzertsaal umgestaltet wurde, dient als Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen. Bis zu 809 Gäste finden hier Platz und können ein breites Spektrum von intimen Kammermusikabenden bis hin zu großen Orchesterkonzerten erleben. Als Stammspielstätte der Neubrandenburger Philharmonie, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert, beherbergt die Konzertkirche zudem die weltweit einzige Klais-Schuke-Orgel. Im Jubiläumsjahr würdigt ein vielfältiges Programm aus Konzerten und Veranstaltungen diesen außergewöhnlichen Ort und seine bewegte Geschichte.
Alle Informationen zu den Jubiläen und der kulturellen Seite der Vier-Tore-Stadt erhalten Sie unter www.neubrandenburg.de.
Bild: Die Marienkirche thront im Herzen der Stadt und feiert in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum als Konzertkirche der besonderen Art. © MV-T/Dan Petermann
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