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Drei schwarz-weiß Fotografien von Personen. Hintergrund graues Stadtbild.

(17.06.2026) Ein Blick durch die Kamera und plötzlich verschwimmen Grenzen: Die Ausstellung „Ihr denkt, wir waren anders.“ nimmt mit auf eine ebenso berührende wie überraschende Reise durch Ost und West zwischen den Jahren 1945 und 1989. Die Fotoschau voller Nähe, Widersprüche und unerwarteter Gemeinsamkeiten wird unterstützt von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern als Partner der Kultur.

Die Sonderausstellung „Ihr denkt, wir waren anders. Fotografien aus Ost und West von 1945 bis 1989“ ist vom 20. Juni bis 20. September im Kunstmuseum Ahrenshoop zu sehen und setzt einen besonderen Akzent im Ausstellungsprogramm. Erstmals widmet sich das Haus einem umfassenden Projekt der künstlerischen Fotografie.

Die Ausstellung versammelt mehr als 200 Fotografien bekannter und unbekannter Künstlerinnen und Künstler aus Ost- und Westdeutschland. Sie eröffnet einen vielschichtigen Blick auf das Leben während der deutschen Teilung und spürt Unterschieden ebenso nach wie verblüffenden Gemeinsamkeiten. Dabei stehen Biografien im Fokus, die trotz der innerdeutschen Grenze miteinander verbunden sind – durch ähnliche Erfahrungen, Sehnsüchte und Alltagsmomente.

Dokumentarische Aufnahmen wechseln sich mit inszenierten Bildern ab und schaffen eine lebendige, oft überraschende Erzählung. Der Ton ist hochemotional, zugleich durchzogen von feinem Humor und gelegentlicher Melancholie. So entsteht ein visuelles Kaleidoskop, das vertraute und unbekannte Lebenswelten miteinander verschränkt.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder rein historische Einordnung lädt die Ausstellung zu einer Zeitreise ein. Sie zeigt skurrile, berührende und unerwartete Einblicke in den Alltag von Bürgerinnen und Bürgern in Ost und West. Dabei wird deutlich, wie ähnlich sich die Menschen trotz Mauer und Stacheldraht in vielen Lebenslagen waren. Gerade im heutigen, oft polarisierten Diskurs über Ost und West setzt die Schau damit eine leise, versöhnliche und zugleich kraftvolle Stimme.

Kuratorin Petra Göllnitz

Kuratiert wurde die Schau von Petra Göllnitz, die als langjährige Bildredakteurin beim „Magazin“ und später beim „Stern“ die fotografische Bildsprache über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Ihre eigene Biografie zwischen Ost und West bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung. Aus persönlicher Erfahrung heraus fragt sie nach Gemeinsamkeiten, Brüchen und verbindenden Momenten im Leben beider Seiten – und setzt damit ein bewusstes Zeichen für mehr gegenseitiges Verständnis.

Alle weiteren Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.kunstmuseum-ahrenshoop.de.


Bild: Wolf Grünke, Handstand am Ostseestrand, Binz 1957 (links) © Wolf Grünke | Jürgen Schadeberg, Handstand auf dem Michel, Hamburg 1948 (rechts) © Jürgen Schadeberg | Max Scheler, Blick in die russische Zone, Travemünde 1952 (unten) © Nachlass Max Scheler