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Das Gemälde "Im Motorboot auf der Wolga" von Wolfgang Mattheuer aus dem Jahr 1967

(15.04.2026) Die Kunsthalle Rostock zeigt in der Ausstellung "Wolfgang Mattheuer auf Reisen – Zeichnungen 1941 bis 2002" Papierarbeiten des bedeutenden Künstlers der Leipziger Schule und öffnet damit einen neuen Blick auf sein zeichnerisches Denken und frühes Schaffen. Als Partner der Kultur unterstützt LOTTO Mecklenburg-Vorpommern die Ausstellung.

Die Kunsthalle Rostock präsentiert vom 19. April bis zum 21. Juni erstmals eine Auswahl bislang unbekannter Papierarbeiten von Wolfgang Mattheuer (1927 – 2004). Die Werke stammen aus dem umfangreichen Nachlass des in Reichenbach im Vogtland geborenen Künstlers.

Ein Großteil dieser Zeichnungen zeigt Mattheuers Eindrücke aus dem Vogtland sowie seiner zahlreichen Reisen im In- und Ausland. Während seine Gemälde oft durch eine klare, metaphorische Bildsprache geprägt sind, zeigen die Papierarbeiten eine größere Freiheit im künstlerischen Ausdruck. Viele der kleinen Formate wirken wie spontane, beinahe tagebuchartige Momentaufnahmen seines Unterwegsseins.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem bislang völlig unbekannten Frühwerk der 1940er- und 1950er-Jahre. In den Studien wird sichtbar, wie Wolfgang Mattheuer Schritt für Schritt nach einer eigenen Handschrift suchte. In späteren Arbeiten treten jene gestalterischen Tendenzen hervor, die seine unverwechselbare Bildsprache prägen sollten.

Die Präsentation eröffnet zugleich einen vertieften Blick auf die Persönlichkeit und Bedeutung Mattheuers. Gemeinsam mit Bernhard Heisig und Werner Tübke zählte er zu den prägenden Vertretern der sogenannten Leipziger Schule der DDR. Bekannt geworden ist Mattheuer für seine allegorischen Figuren und Metaphern, die er teilweise über Jahrzehnte entwickelte. Viele seiner Bildfindungen lassen sich – trotz ihrer Verschlüsselungen – als kritische Kommentare zur politischen Realität der DDR lesen. Mattheuers subtile, nie offen provokante Bildsprache machte es möglich, Missstände zu benennen, ohne dem Staatsapparat Angriffsfläche zu bieten. Diese feine Hintergründigkeit ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sein Lebenswerk bis heute als bedeutender Beitrag zur Kunst der DDR gilt.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.kunsthallerostock.de.


Bild: "Im Motorboot auf der Wolga" von Wolfgang Mattheuer aus dem Jahr 1967. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Galerie Schwind, Leipzig