Schloss Ludwigslust im neuen Glanz
Wiedereröffnung
(28.05.2026) Sandstein, Gold und Papiermaché – das Schloss Ludwigslust zieht auch nach 250 Jahren noch in den Bann. Pünktlich zum Jubiläum steht ein besonders Ereignis an: Nach sieben Jahren intensiven Restaurierungsarbeiten öffnen der Westflügel und der Goldene Saal wieder die Türen.
Das spätbarocke Schloss Ludwigslust wurde zwischen 1772 und 1776 unter der Regie des Herzogs Friedrich von Mecklenburg-Schwerin erbaut und ist heute auch als "Versailles des Nordens" bekannt. Besuchende begeben sich auf eine Reise in die Kunst und Kultur des 18. und 19. Jahrhunderts. Einst machte die Papiermaché-Ausstattung die goldene Pracht kostengünstig, heute zeugt sie vom Einfallsreichtum und der Kunstfertigkeit des barocken Handwerks.
Herzögliche Residenz
Das Schloss Ludwigslust zählt zu den eindrucksvollsten Residenzbauten Norddeutschlands und nimmt in der regionalen Architekturlandschaft eine besondere Stellung ein. Das barocke Schloss mit klassizistischer Dreiflügelanlage besteht im Kern aus Backstein, einem für Norddeutschland typischen Baustoff. Ungewöhnlich für die Region sind jedoch die Fassaden: Sie sind mit Elbsandstein verkleidet und verleihen dem Bau eine repräsentative Eleganz. Herzstück des Schlosses ist der Goldene Saal, der sich über zwei Etagen erstreckt. Hohe Fenster, prächtige Kristalllüster und eine opulente Ausstattung spiegeln den Anspruch von Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg‑Schwerin wider, der 1772 sein neues Residenzschloss in Auftrag gab. Als Vorbild diente ihm das Schloss Versailles bei Paris.
Doch nicht alles, was im Schloss glänzt, ist aus Gold: Schlagmetall und kunstvoll gestaltetes Papiermaché – der sogenannte Ludwigsluster Carton – wurden als kostengünstige Alternativen eingesetzt, um Marmor und Edelmetalle zu imitieren. Dieses damals hochmoderne Material entstand in einer frühen Form des Upcyclings sogar aus ausgedienten Akten. Zum Schloss gehört zudem der größte Park Mecklenburg‑Vorpommerns, der sich heute als offener Landschaftspark im englischen Stil mit Alleen, Wasserspielen und Grotte präsentiert. Noch bis 1945 bewohnte die herzogliche Familie das Schloss, nach Gründung der DDR wurde es als Kreisverwaltung genutzt.
Umfangreiche Restaurierung
Nachdem bereits der Ostflügel des Schlosses sowie die Gemäldegalerie bis 2016 umfassend restauriert wurden, lag der Fokus der vergangenen Jahre auf dem Goldenen Saal und dem Westflügel. Der Ostflügel war traditionell der Herrenflügel, während der Westflügel den Damen des Hofes vorbehalten war. Der Goldene Saal verband beide Bereiche miteinander und diente als Mittelpunkt für Empfänge und Gesellschaften.
Mit der nun abgeschlossenen Sanierung des Westflügels wird ein bislang verborgener Teil des Schlosses wieder zugänglich. Besuchende können dort künftig erleben, wie die herzogliche Familie wohnte. Authentische Möbel, darunter das Bett der Erbgroßherzogin Alexandrine, die 1822 vom Berliner Königshof nach Ludwigslust heiratete, vermitteln ein anschauliches Bild höfischer Wohnkultur. Besonders ins Auge fallen die farbenprächtigen Seidentapeten, denn jeder Raum ist individuell gestaltet. Hervorzuheben ist ein Raum mit französischer Seidenbespannung und lebendigem Blumendekor in Rosa, Rot und Grün. Mit dem sanierten Westflügel und dem Goldenen Saal präsentiert sich das „Versailles des Nordens“ erstmals wieder in seiner vollständigen barocken Pracht.
Feierliche Wiedereröffnung
Mit der Wiedereröffnung des Westflügels öffnet sich ein neues Kapitel der Schlossgeschichte. Am 30. Mai wird dieser Meilenstein mit einem großen kulturellen Programm von 12 bis 20 Uhr im Schlosspark gefeiert, die offizielle Eröffnung mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig findet um 13 Uhr statt.
Besuchende dürfen sich auf barocke Musik, historische Kleidung, Walking Acts, Theater‑ und Fechtkunst sowie Mitmachangebote freuen. Am 31. Mai lädt um 11 Uhr das Konzert des Fördervereins Schloss Ludwigslust e. V. „Einzug der Hofmusiker“ ein. Der Eintritt ist am gesamten Eröffnungswochenende frei. Mit mehr als 1.000 Quadratmetern zusätzlicher Ausstellungsfläche und multimedialen Elementen wird das Schloss erstmals in einem durchgehenden Rundgang erlebbar. Ausstellung, Goldener Saal, Musik, barockes Flair und Kulinarik machen die Zeitreise komplett.
Alle Informationen zum Schloss Ludwigslust finden Sie unter www.mv-schloesser.de.
Bild: Das Barockschloss Ludwigslust feiert in diesem Jahr sein 250. Jubiläum. © MV-T/Marcus Friedrich
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