Kreisstadt Parchim
Kleinstadtperle
(19.05.2026) Der zweite Teil unserer Serie "Kleinstadtperlen" führt in die Kreisstadt Parchim, die in diesem Jahr ein ganz besonderes Ereignis feiert. "Parchim – Voll (er)Leben" lautet das Motto des 800. Stadtjubiläums. Idyllisch gelegen zwischen Elde und Wockersee verbindet die Stadt Geschichte, Natur und lebendige Gegenwart.
Parchim ist nicht nur Kreisstadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim, sie zählt auch zu den ältesten Städten Mecklenburgs und begeistert mit einer reichen, wechselvollen Geschichte, die bis heute sichtbar ist. Prächtige Bauwerke wie die Kirchen St. Georgen und St. Marien sowie das Rathaus – bedeutende Zeugnisse der gotische Backsteinarchitektur und Teil der Europäischen Route der Backsteingotik – prägen das Stadtbild. In der gemütlichen Innenstadt erzählen historische Fachwerkhäuser vom Leben vergangener Jahrhunderte. Für viele Einheimische ist Parchim dabei mehr als nur eine Stadt: Liebevoll nennen sie ihr Zuhause "uns Pütt".
Stadtgeschichte
Bereits 1170 wurde die Burg Parchim erstmals urkundlich erwähnt, 1226 folgte die Verleihung des Stadtrechts. Im 13. Jahrhundert gewann Parchim rasch an Bedeutung: Von 1238 bis 1248 war die Stadt Residenz des Fürstentums Parchim‑Richenberg. Fürst Pribislaw I. gründete Mitte des Jahrhunderts am westlichen Ufer der Elde die Parchimer Neustadt, ein paar Jahrzehnte später schlossen sich Alt- und Neustadt 1282 zusammen. Dank der günstigen Lage an der Elde-Wasserstraße sowie an der alten Landhandelsroute "Baltischer Mitteldeutscher Weg" entwickelte sich Parchim schnell zu einer bedeutenden Handelsstadt, die ihre Blütezeit bis ins 15. Jahrhundert erlebte.
Als mächtigste der mecklenburgischen Landstädte übernahm sie oft eine führende Rolle gegenüber der Landesherrschaft. Der damalige Reichtum und das Selbstbewusstsein der Bürgerschaft spiegeln sich bis heute in den Bauwerken der Backsteingotik wider: der Marienkirche (geweiht 1278), der nach 1289 errichteten Georgenkirche, dem historischen Rathaus aus dem 14. Jahrhundert sowie der um 1300 entstandenen Stadtmauer mit ihren Wallanlagen.
Die Reformation um 1530, die Ausdehnung der Stadt über die Mauern hinaus ab 1863 und der Anschluss an das Eisenbahnnetz ab 1880 leiteten weitere Umbrüche ein. Zahlreiche Fachwerkhäuser – etwa das Zinnhaus (1612), das Bürgerhaus Parchim (1583) oder das Giebelhaus in der Lindenstraße (1604)v– machen die Geschichte bis heute erlebbar. Mit rund 18.000 Einwohnenden verbindet Parchim heute historisches Erbe und modernes Leben, etwa rund um die Kulturmühle, den Hafen am Fischerdamm und das Naherholungsgebiet am Wockersee.
Söhne und Töchter der Stadt
Zu den bekanntesten Persönlichkeiten Parchims zählt der Militärstratege Helmuth Graf von Moltke, dessen Leben und Wirken in der Moltke-Gedächtnisstätte anschaulich präsentiert werden. Der Philosoph Johann Jakob Engel sowie die niederdeutschen Schriftstellenden Rudolf Tarnow und Lisa Milbret sind ebenfalls bekannte Namen. Auch Kunst und Kultur sind vertreten, etwa durch die Malerin Elise Blumann, den Illustrator Wolf Bergenroth oder die Schauspielerin Bärbel Bolle. In der Gegenwart machten erfolgreiche Sportlerinnen wie die frühere Fußball-Bundesligaspielerin Stefanie Weichelt und die ehemalige Volleyball-Nationalspielerin Berit Kauffeldt auf sich aufmerksam. Im Unterhaltungsbereich ist derzeit besonders die Comedian und Podcasterin Laura Larsson gefragt, die gerne mal über ihr Aufwachsen und Leben in Parchim erzählt.
Stadtjubiläum
Das 800. Stadtjubiläum wird in Parchim mit einer vielfältigen Festwoche vom 30. Mai bis zum 07. Juni gefeiert. Den Auftakt bildet am 30. Mai eine Veranstaltung in der Kulturmühle mit der Eröffnung einer Sonderausstellung zur Stadtgeschichte, flankiert von einem Regionalmarkt. Am 31. Mai stehen das Stadtradeln durch die Ortsteile sowie ein Festgottesdienst in der St. Georgenkirche auf dem Programm, bevor am 02. Juni ein Open-Air-Kino in der Grünen Mitte für sommerliche Stimmung sorgt. Es folgen eine feierliche Sitzung der Stadtvertretung und ein Festkonzert am 03. Juni, der Landeswandertag der Volkssolidarität sowie ein Tag der offenen Tür in Stadtarchiv und Bibliothek am 04. Juni. Den krönenden Abschluss bildet das Jubiläumsstadtfest vom 05. bis 07. Juni mit einem großen Festumzug am 07. Juni ab 14 Uhr, zu dem mehr als 2.000 Teilnehmende erwartet werden. Der Umzug rückt bewusst die Gegenwart in den Mittelpunkt: Vereine, Kulturschaffende, Privatpersonen und die regionale Wirtschaft zeigen die Vielfalt des heutigen Parchims – lebendig, modern und gemeinschaftlich. Ganz nach dem Motto "Parchim – Voll (er)Leben".
Alle Informationen zum Stadtjubiläum von Parchim erhalten Sie unter www.parchim.de/800Jahre.
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