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Marmorbüste der Königin Luise

(12.03.2026) Sie gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Landesgeschichte, noch heute bewegt viele ihr Schicksal – Königin Luise von Preußen. Ihr früher Tod machte vor allem das Schloss Hohenzieritz zu einem Wallfahrtsort. Am 10. März wäre sie 250 Jahre alt geworden.

Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg-Strelitz kam im Alten Palais in Hannover als dritte überlebende Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg‑Strelitz zur Welt. Ihr Vater wirkte bis 1787 als Gouverneur in Hannover und war zugleich Offizier der englisch‑hannoverschen Armee.

Von den zehn Kindern, die ihre Mutter Prinzessin Friederike Caroline Luise von Hessen‑Darmstadt gebar, erreichten nur fünf das Erwachsenenalter. Besonders eng verbunden war Luise mit ihrer 1778 geborenen Schwester Friederike sowie später mit ihrem drei Jahre jüngeren Bruder Georg. 1782 starb ihre Mutter gemeinsam mit dem jüngsten Neugeborenen. Nachdem auch die zweite Ehefrau ihres Vaters starb, wurde Luise zusammen mit ihren Schwestern Therese und Friederike in Darmstadt von der Großmutter erzogen.

Preußisches Könighaus

Luise wurde 1793 durch ihre Ehe mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm III. Teil des preußischen Königshauses. Die Vermählung galt als Liebesheirat, die zehn Kinder hervorbrachte, jedoch verstarben drei von ihnen sehr früh. Mit nur 21 Jahren wurde Luise Königin von Preußen, die bereits zu Lebzeiten den Titel "Königin der Herzen" erhielt. Ihre natürliche Ausstrahlung, Eleganz und offene Art machten sie früh zu einer beliebten und nahbaren Monarchin, deren Schicksal eng mit den politischen Umbrüchen und den Auseinandersetzungen Preußens mit Napoleon verbunden war. Besonders berühmt wurde ihr persönliches Zusammentreffen mit Napoleon 1807 in Tilsit, bei dem sie versuchte, durch diplomatisches Geschick mildere Friedensbedingungen für Preußen zu erwirken – ein mutiger Auftritt, der ihr großes Ansehen beim Volk weiter stärkte.

Nachfahren

Zwei ihrer Söhne wurden später deutsche Regenten: Friedrich Wilhelm (1795 – 1861), ab 1840 König von Preußen, und Wilhelm (1797 – 1888), ab 1861 erst König von Preußen und dann ab 1871 Deutscher Kaiser. Zudem stieg auch ihre Tochter Charlotte von Preußen (1798 – 1860) durch die Heirat mit Nikolaus I. als Alexandra Fjodorowna zur Kaiserin von Russland auf.

Auch heutzutage leben Luises Nachfahren noch in den europäischen Königshäusern, dazu gehören der norwegische König Harald V., die ehemalige dänische Königin Margrethe II., der schwedische König Carl XVI. Gustav, der spanische König Felipe VI. und der englische König Charles III.

Schloss Hohenzieritz

Das Barockschloss Hohenzieritz wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Bekannt ist es vor allem als Sterbeort von Königin Luise von Preußen im Jahr 1810, die dort völlig überraschend im Alter von 34 Jahren an einem Lungenleiden starb. Das tragische Ende der beliebten Königin im Sommerschloss ihres Vaters, Herzog Karl II. von Mecklenburg-Strelitz, machte Hohenzieritz schlagartig berühmt. Umgeben von einem weitläufigen Landschaftspark im englischen Stil, beherbergt das Schloss heute eine Gedenkstätte für die Königin.

Auf den Spuren der Königin

Der Radweg „Auf den Spuren der Königin Luise von Preußen“ führt durch die Parklandschaft um das ehemalige Residenzschloss in Neustrelitz, die Luise schon als Kind liebte. Die Radtour beginnt an der Gedächtnishalle im Neustrelitzer Schlossgarten und führt zur Luisen‑Gedenkstätte nach Hohenzieritz. Unterwegs prägt die Eiszeitlandschaft das Bild. Der Rückweg verläuft entlang ihres letzten Weges zurück nach Neustrelitz – voller Geschichte und Natur.

Die drei Königinnen

Obwohl das Herzogtum Mecklenburg‑Strelitz aufgrund seiner geringen Größe politisch nur eine untergeordnete Rolle spielte und sich in vielen Konflikten neutral verhielt, gewann es dennoch an Bedeutung. Entscheidend dafür waren mehrere fürstliche Verbindungen: Durch dynastische Eheschließungen gelangten drei mecklenburgische Prinzessinnen an bedeutende europäische Höfe und wurden dort zu Königinnen.
Neben Königin Luise von Preußen zählen dazu auch Sophie Charlotte (1744 – 1818), Königin von Großbritannien und Irland, sowie Luises Schwester Friederike (1778 – 1841), Königin von Hannover.

Das 3 Königinnen Palais im ehemaligen Kavalierhaus auf der Schlossinsel Mirow widmet sich der Geschichte des Herzogtum Mecklenburg-Strelitz und seiner drei bekannten Herrscherinnen.

Veranstaltungstipp

Zu Ehren der preußischen Königin findet am 14. März im Schloss Hohenzieritz ein Vortrag mit dem Titel: „Königin Luise von Preußen. Leben und Mythos“ statt. Rudolf Scharmann beleuchtet sowohl ihr Leben als auch den bis heute andauernden Mythos.


Bild: Im Park von Schloss Hohenzieritz steht ein kleiner Tempel – ein Monopteros. Das Gedächtnismonument beherbergt eine Marmorbüste der Königin Luise. © MV-T/Kirchgessner